Rica Mosco


Als interdisziplinär arbeitende Künstlerin untersuche ich Schnittstellen zwischen Natur, Gesellschaft und Materialität. Meine Arbeiten entstehen aus der Auseinandersetzung mit ökologischen Fragestellungen, Erinnerungskultur und den unsichtbaren Prozessen des Wandels. Dabei nutze ich strategisch verschiedene Medien – Installation, Textil, Malerei, Fotografie und ortsspezifische Intervention – um Räume des Innehaltens zu eröffnen, in denen Betrachter*innen eingeladen sind, eigene Haltungen zu reflektieren.

Ein zentrales Anliegen ist die Frage nach dem Anthropozän und wie sich menschliches Handeln in Landschaften, Objekten und kollektiven Erinnerungen einschreibt. Upcycling, Wiederverwertung und Transformation von Materialien prägen meine künstlerische Praxis. Scheinbar Wertloses wird dabei in symbolische Träger verwandelt, die Geschichten von Verletzlichkeit und Widerstandskraft zugleich erzählen.

Ausgangspunkt meiner Installationen sind häufig Beobachtungen im Alltäglichen: ein Stück Stoff im Wind, ein von Witterung gezeichneter Gegenstand, die fragile Spur einer Pflanze im urbanen Raum. Solche poetischen Fundstücke werden in einen neuen Kontext gestellt, in dem sie sowohl ästhetisch als auch kritisch gelesen werden können.

Durch die Verbindung von Forschungsansatz und künstlerischer Übersetzung verstehe ich meine Arbeit als kollektive Denkbewegung. Jedes Werk öffnet einen Resonanzraum, in dem sich individuelle Empfindungen und gesellschaftliche Debatten über Nachhaltigkeit, Transformation und Zukunft miteinander verweben.

,,Die größte Freiheit in meinem Leben ist es in jedem Augenblick einen instinktiv sensiblen Blickwinkel auf das Erlebte zu haben. Meine Beobachtungen fließen in mein künstlerisches Schaffen seitdem ich denken kann mit ein. Schon als Kind fühlte ich dieses unstillbare Verlangen nach Mehr, was mich dazu antreibt immer weiter Neues zu erschaffen. Das kreative Schaffen ist mir wichtig, um meine Emotionen zu verarbeiten und stellt gleichzeitig einen bildlichen Ausdruck meiner Gefühlswelt dar. Dabei liebe ich den Prozess, Schritt für Schritt auf eine Idee hinzuarbeiten und dabei mehr über mich selbst zu erfahren. Am künstlerischen Arbeiten gefällt mir, Handwerk und Geisteswissenschaften vereinen zu können.  Hierbei sehe ich mich als Forscherin, wachsam für Inspirationen und Möglichkeiten, mich selbst zu verwirklichen."